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2016 erschien mein Fantasy-Roman "Das Feentuch" Wer wissen will, was im fernen Schottland geschieht, findet das Buch beim Klick auf das Bild bei Amazon für 12,99 €

Auch alle E-Book-Leser können  "Das Feentuch" herunterladen.:  

Selbstverständlich gibt es mit der "Blick-ins-Buch-Funktion" eine Leseprobe. Also auf ins magische Schottland!

Aufrecht gehn, den Himmel sehn

Neben meinen Büchern, die durchweg in der Unterhal-tungslektüre ihren Platz haben, ist ein biblisches Musical für Kinder ab sechs Jahre in Chor-und Theatergruppen erschienen. In diesem Buch befinden sich Lieder, Sprechtexte und Notenmaterial für eine 30-minütige Aufführung.  In sechs Szenenbildern und ebenso vielen Liedern begegnen die Kinder Sarah, deren Blick auf den Boden gewandt ist und die an dieser Last schwer trägt. Und sie erfahren, was geschieht als Jesus in Sarahs Leben tritt... Das Buch im lese- und musikerfreund-lichen Großformat ist bei Amazon erhältlich.

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Die Passwörter-Falle

Sie melden sich an, auf einer Plattform, in einem Web-Shop, bei Ihrem Computer-Provider – wo auch immer. Ohne geeignetes Passwort ist das selbstverständlich unmöglich. Sie tauchen also in Ihre Gedankenwelt ein und suchen verzweifelt das Wort, das Ihnen im Bedarfsfall AUF JEDEN FALL wieder einfallen wird, vor allem aber NUR Ihnen. Die Bedingungen für solcherart Anmeldungen sind verschärft. Sie sind gehalten, ein Passwort zu wählen, das sowohl Groß-, als auch Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen enthält. Ihnen kommt ein absolut genialer Gedanke, der sich aus Ihrem Geburtstag und dem Ihrer/s Liebesten, getrennt durch den bevorzugten Urlaubsort und einem * am Ende zusammensetzt. Und Sie wissen genau: Darauf kommt außer Ihnen niemand.

Vorbei die Zeit, als Passwörter vierstellig waren und bei vielen Zeitgenossen nicht selten die Zahlen 1-4 oder ausschließlich die 0 enthielten. Ebenso vorbei, dass Ihre Kollegen ihr eigenes Passwort unter der Bürotastatur verbargen. Inzwischen gibt es Apps, die Passwörter generieren, auf die im Zweifelsfall wirklich niemand kommt – nicht einmal Sie!

Das Passwort, das Sie bei Ihrem letzten Besuch eingegeben haben, handelte es sich da nun um den Urlaub 2015 und wessen Geburtstag stand eigentlich an erster Stelle? Und wann genau war der Geburtstag des lieben Menschen eigentlich nochmal, dessen Daten Sie sich bedient haben?  Und die Sicherheitsfrage? Schwiegermutter oder Lieblingstier? Ihr Gehirn fühlt sich innerhalb von Sekunden an wie ein Schweizer Käse. Die Login-Seite, auf der Sie um Einlass flehen, reagiert weder auf Abrakadabra oder Sesam öffne dich. Egal, wie laut Sie fluchen: Ihr - ach so geniales - Passwort ist im Nirwana der Gehirnwindungen abgetaucht und lässt sich nicht zutage fördern. Sie sind in die böse Passwörter-Falle getappt.
Früher, als es beim Überqueren eines Burggrabens noch hieß: „Parole?“- „Freiheit oder Knäckebrot!“, war alles viel leichter. Wer die Parole nicht kannte, blieb nicht nur außen vor, sondern bekam vermutlich einen Schlag auf den Kopf, sodass er sich nie wieder an Worte erinnern konnte oder musste.

Ihnen beliebt das heute nicht erspart. Mein Tipp: Eine Neuanmeldung mit brandneuen Zugangsdaten, die Sie GARANTIERT nicht vergessen! Wie wäre es mit 10203040?

 

 

Pastor oder Paparazzi?

Hab ich gestern noch über meinen Aufreger des vergangenen Jahres nachgedacht, beginnt das Jahr 2014 bereits mit einer Nachricht, die Ihresgleichen sucht.
Stellen Sie sich folgende Szene vor: Sie sind prominent. Die ganze Welt möchte an Ihrem Leben teilhaben, im Guten wie im Schlechten. Nun haben Sie das Pech, einen Unfall zu erleiden. Wie es dazu kam, ist für den vorliegenden Fall unerheblich. Doch eins ist klar: Sie schweben zwischen Leben und Tod. Ihre Familie ist an Ihrer Seite, die Ärzte tun für Sie, was möglich ist. Und draußen vor der Tür wartet die Welt auf Nachricht über Ihren Zustand.
Einer aber kann nicht warten. Nicht, weil Sie ihm so nahe stehen, dass er tatsächlich selber vom Fortgang der Geschichte betroffen wäre. Nein, nur weil er das Bild des Jahres schießen will – einen Menschen, der an Schläuchen und Apparaten um sein Leben kämpft. Das allein ist für mich schon völlig unverständlich. Aber verfolgen wir das Szenario weiter.
Ihr Lebensfaden ist fragil. Was liegt da näher, als über den Besuch eines Priesters nachzudenken, sollte es zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt Sinn machen, da Sie ja bewusstlos sind. Der Journalist hält sein Handeln vermutlich für einen Geistesblitz der besonderen Art. Er tarnt sich als Pfarrer und versucht so, in Ihre Nähe zu kommen.
Und nun meine Anfrage an den Rest der Welt: Wer von uns will solche Bilder in den Zeitungen und Magazinen sehen? Ich jedenfalls will das nicht. Unabhängig vom Gesundheitszustand des so gestalkten Prominenten. Der kann sich nicht einmal wehren. Ich hatte gehofft, dass die Journaille vernünftiger geworden sei, seit sie einst eine Prinzessin in den Tod getrieben hat. Nun weiß ich, sie hat nichts dazugelernt. Traurig, aber wahr!

Gegen den Pflaumenkuchen-Appetit


Sie stehen im Supermarkt Ihres Vertrauens an der Obsttheke oder schlendern über den Wochenmarkt und die blauen, mit einer leicht mehlig wirkenden Schicht überzogenen Früchte, groß wie Hühnereier der Gewichtsklasse S, lachen Sie an. Wenn Sie jetzt ein forderndes „Kauf mich“ hören, das bis zu Ihnen dringt, gehen Sie lieber vorbei…

 

Vermutlich denken Sie, ich will Ihnen helfen, Kalorien einzusparen, denn ein dickes Stück Pflaumenkuchen mit einem Riesenklecks Sahne obenauf gilt nicht gerade als Diätkost. Doch vielleicht ist das bei Ihnen kein Problem. Sie verfügen über Idealmaße und können Ihre Kleidung noch immer in der Kinderabteilung kaufen?
Darauf können Sie tatsächlich stolz sein. Wenn aber aus diesem Grund die Entscheidung gegen die herrlich saftigen Spätsommerfrüchte ins Wanken gerät, hören Sie lieber auf mich. Ich habe meine Wankelmütigkeit längst bereut.


Erst entkernte ich zahllose Pflaumen, knetete den Hefeteig und brachte eine Weile damit zu, die halbierten Pflaumen auf dem Boden anzuordnen, bis sie meiner Vorstellung entsprachen. Im Anschluss landete das Blech im Ofen. Bald begann es äußerst appetitlich zu duften.
Und nun kommt er, der Grund meiner Warnung an Sie: Es begann ganz langsam. Ein winziger Tropfen löste sich aus dem Fruchtfleisch einer saftigen Pflaume. Schon folgten weitere, das Unheil nahm seinen Lauf. Gemeinsam bildeten sie kleine Seen, die – ähnlich einer uneindämmbaren Flut – schon bald beschlossen, über den Rand des Kuchenblechs zu treten und in den Innenraum meines Backofens einzudringen.
Ein Wasserfall aus Pflaumensaft, sozusagen. Innerhalb kürzester Zeit war der Ofen versaut, der Kuchen aber noch nicht gar. Als der Kurzzeitmesser klingelte, wur das Ausmaß des Schadens offensichtlich.

Was darauf folgte, wollen Sie wissen?


Eine ausgedehnte Putzorgie unter Zuhilfenahme von Backofenspray und Muskelkraft. Aufgrund der chemischen Dämpfe, die sich in der warmen Resthitze erhoben, war ich zeitweise ohne Bewusstsein. Wie in Trance schrubbte ich die Emaille wieder blank. Jetzt bin ich völlig erledigt. Meine Kraft reicht nicht einmal aus, die Sahne zu schlagen. Und Pflaumenkuchen ohne Sahne, das geht doch nicht, oder?


Beim nächsten Mal mache ich einen Bogen um die Pflaumen. Das spart Kalorien, Zeit und Kraft. Oder ich gehe einfach zum Bäcker…

Der Pechvogel

Kennen Sie das Gefühl, Sie würden vom Pech verfolgt? Ab heute müssen Sie keine Angst mehr davor haben. Das Pech wird kaum schneller sein als Sie, wenn es nicht längst an Ihren Stiefeln
klebt. Der Beweis dafür? Ein seit dem Jahr 1927 laufender physikalischer Versuch der US-Universität in Queensland. Dessen aktueller Betreuer starb vor einigen Tagen im Alter von 78 Jahren, ohne jemals einen Tropfen der schwarzen Flüssigkeit herabfallen zu sehen. Ein echter Pechvogel eben.


Es geht, vereinfacht gesagt, um die Tropfgeschwindigkeit von Pech. Eigentlich ein Oxymoron, denn die Geschwindigkeit will hier nicht so recht greifen.

Wie langsam muss Grimms Pechmarie gewesen sein, um Frau Holles schwarzen, klebrigen Segen von oben abzukriegen?

Bei der Betrachtung der Herstellungsweise lt. Wikipedia wird deutlich, dass heißes Pech zunächst flüssig ist. (Wir erinnern uns: Bei Frau Holle hat es geschneit. Das setzt eine Umgebungstemperatur gegen 0°C voraus) Durch das Pechsieden und die daraus folgende Verdichtung entsteht, was in Amerika seit dem Versuchsstart erst acht (!) Tropfen von sich gegeben hat.

Schon im Mittelalter schütteten die Bewohner belagerter Burganlagen gerne heißes Pech auf ihre Widersacher. Ob auch da die Möglichkeit bestand, rechtzeitig auszuweichen, vermag ich nicht zu beurteilen.


Schauen wir nochmal über den großen Teich.
Der Urheber dieser – auch Pitch-Drop-Experiment genannten – Versuchsanordnung hieß Thomas Parnell. Sein Versuch hat ihn längst überlebt. John Mainstone, der letzte in einer längeren
Liste von Nachfolgern, bewachte den Trichter viele Jahre. Der Trichter und er waren sozusagen „Zwei wie Pech und Schwefel“. Unglaublich ist, dass bisher niemand zugegen war, wenn ein Tropfen geruhte, herabzufallen. Warum, so werden Sie sich
fragen, hat man keine Kameras aufgestellt, die das Ding, (also diesen extrem lahmar… Tropfen) per Linse beobachten. Ich beantworte Ihre Frage mal so: Als Ende November des Millenniumsjahres der letzte Tropfen abstürzte, tat das
Kamerasystem es ihm gleich. Ein technischer Defekt – eine echte Pechsträhne sozusagen. Daraus könnte man sich einen langen Zopf flechten, was sonst soll man damit anfangen?


Mainstones Einschätzung nach wird noch zum Jahresende ein Tropfen den physikalischen Gesetzen der Schwerkraft und dem freien Fall folgen. Er selbst wird das nicht mehr erleben. Ich
finde, der nächste und somit neunte Tropfen seit 1927 sollte John Mainstone gewidmet werden.

Das Portemonnaie

Ich stehe, wie kann es anders sein, wieder einmal an der Kasse im Supermarkt meines Vertrauens. Vor mir eine kleine Schlange, darin warten ein Vater und sein Kind, letzteres etwa im Kindergartenalter. Das Kind ist überwältig vom Lockangebot und verlangt nachdrücklich den Erwerb einiger Süßwaren. Der Vater verweigert selbige.

Aus lauter Langeweile beobachte ich die Szene und das nachfolgende Hin und Her. Das Kind nervt, ich erinnere mich an ähnliche Augenblicke, als meine Kinder noch Zwerge waren. Es scheint einen Einwand zu geben, der darauf abzielt, dass der Vater kein Geld hat. Das Kind glaubt ihm kein Wort, schließlich hält er eine Geldbörse in der Hand. Es wird weiter gequengelt. Nun kommt der spannende Moment. (Ich erinnere daran, dass der Supermarkt meines Vertrauens sich mitten in einer Ruhrgebiets-Kleinstadt befindet.) Der Vater erhebt seine Stimme und sagt deutlich: "Ich happ nix. Datt is die Mama ihr sein Pottmannee."

Dem Kind verschlägt es die Sprache. Mir allerdings auch.

Ich sinniere die restliche Wartezeit darüber, wie ich dieses Wort buchstabieren könnte und stelle fest, dass es seit der Rechtschreibreform der 1990er Jahre klammheimlich aus dem deutschen Sprachgebrauch verschwindet.

Ich habe gelernt, dass es sich nach französischem Ursprung "Portemonnaie" schreibt und den Gegenstand bezeichnet, in dem man sein Geld durch die Gegend trägt. 

Die Reform wandelte es zu "Portmonnee", das fand ich befremdlich, weil sich der Ursprung nicht mehr so deutlich zurückverfolgen lässt. Dann würde ich auch lieber Geldbörse dazu sagen.

Klingt aber nicht so schön platt im Ruhrpottsprachduktus.

"Datt is die Mama ihr seine Geldbörse." Schade eigentlich. Nicht nur für das Kind.