Im Juli erschien mein Fantasy-Roman "Das Feentuch" Wer wissen will, was im fernen Schottland geschieht, findet das Buch beim Klick auf das Bild bei Amazon für 12,99 €

Auch alle E-Book-Leser können  "Das Feentuch" herunterladen.:  

Selbstverständlich gibt es mit der "Blick-ins-Buch-Funktion" eine Leseprobe. Also auf ins magische Schottland!

Aufrecht gehn, den Himmel sehn

Neben meinen Büchern, die durchweg in der Unterhal-tungslektüre ihren Platz haben, ist ein biblisches Musical für Kinder ab sechs Jahre in Chor-und Theatergruppen erschienen. In diesem Buch befinden sich Lieder, Sprechtexte und Notenmaterial für eine 30-minütige Aufführung.  In sechs Szenenbildern und ebenso vielen Liedern begegnen die Kinder Sarah, deren Blick auf den Boden gewandt ist und die an dieser Last schwer trägt. Und sie erfahren, was geschieht als Jesus in Sarahs Leben tritt... Das Buch im lese- und musikerfreund-lichen Großformat ist bei Amazon erhältlich.

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Humor ist, wenn man trotzdem lacht

 

Nach Wochen der Enthaltsamkeit gibt es endlich wieder Erwähnenswertes aus dem Blätterwald. Lässt mich doch am Morgen eine Kundin im Supermarkt stramm stehen, die im Kasernenhofton nach der Kassiererin ruft. Diese erstarrt in Höhe der Gemüsetheke zur Salzsäule, den gekreischten „Kasse!“- Ruf der Kundin im Ohr. Ich raune ihr im Vorbeieilen zu: „Jetzt aber mal schnell, sonst können Sie sich warm anziehen“, und zwinkere aufmunternd. Wer braucht schon solche Kunden morgens um halb acht? 

Dafür am Ende des Tages in einem anderen Supermarkt. Bei der anschließenden Chorprobe will ich eine Süßigkeiten-Runde auf meinen Geburtstag geben. In meinem Portemonnaie klimpert reichlich Kleingeld. Damit wollte ich am Morgen die Geduld der leidgeprüften Kassiererin nicht auf die Probe stellen. Doch jetzt will ich es loswerden, allerdings nicht ohne ein paar entschuldigende Worte in Richtung Kasse. Zwei Männer stehen hinter mir Schlange.

„Haben Sie den Klingelbeutel ausgeraubt?“, fragt mich der Rangfolgenzweite. 

„Nein“, erwidere ich. „Ich habe gesungen und die Leute haben gezahlt, damit ich aufhöre!“ Er weiß ja nicht, dass ich am Sonntag in der fünften Reihe saß und das im Klingelbeutel befindliche Geld für den Gegenwert des Einkaufs nicht ausgereicht hätte. 

Der Mann hinter mir mischt sich ein: „Ja, stimmt! Ich habe auch bezahlt. Zwei Cent, mehr hatte ich nicht dabei…!“ Lieber Einkäufer aus Münster (ich habe Sie später wegfahren sehen), falls Sie das hier lesen: Danke für Ihren Humor. You made my day! 

Im Anschluss bin ich üben gefahren, für den Fall, dass ich irgendwann doch für meinen Broterwerb singen muss…

Hamsterkäufe - Ja, ist denn schon Weihnachten?

Spiegel online berichtet heute: 

http://www.spiegel.de/…/katastrophenfall-bevoelkerung-soll-…

Ich gebe im Zusammenhang mit dieser Lektüre zu bedenken, dass sich solche Szenen seit Jahren in bestimmten Zeitrhythmen wiederholen. Oder waren Sie noch nie am Tag vor Ostern, Pfingsten, Weihnachten oder Silvester einkaufen, liebe Spiegel-Redakteure?

Zwar ist das letzte Fest schon ein Weilchen her, doch ich erinnere mich gut, wie es zuletzt im Mai an den Supermarktkassen aussah: Auf den Bändern türmten sich Berge von Grundnahrungsmitteln neben Toilettenpapier, Waschpulver und kistenweise alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken.

Schon immer habe ich mich gefragt, mit welcher Epidemie oder Problematik die Leute in den kommenden Tagen und Stunden rechnen, von denen ich vielleicht nichts mitbekommen habe. 

Sollte ich mein Hamsterverhalten anpassen und in meinem Keller Platz schaffen für mindestens eine Kiste Wasser und ein Regal räumen für Nudeln, Reis und Konserven? Dann hoffe ich nur, der Supermarkt meines Vertrauens hat all diese Waren in ausreichender Menge vorrätig. Der Filialleiter jedenfalls dürfte sich über die Spiegel-Nachricht freuen, kurbelt sie doch seinen Warenabsatz an, ohne dass in Kürze ein christliches Fest zu erwarten ist. Oder er reagiert verunsichert und überprüft seinen Kalender, denn schließlich haben wir Ende August und ich vermute, dass in spätestens einer Woche die Lebkuchen in den Regalen liegen. Nicht, dass er denkt, bis Weihnachten sei es gar nicht mehr so weit…

Neues aus dem Blätterwald - Der Herbst naht

Höchste Zeit für eine Freitag-Nachmittag-Freundinnen-Shopping-Tour. Neben umfassender und zeitraubender Inspektion einschlägiger Boutiquen gehört dazu auch der obligatorische „Sitz-Kaffee“.

Ebenso wie die Feststellung, dass manches Kleidungsstück nicht für mich gemacht ist, erlaube ich mir zu erwähnen, dass mich das wegen der zahlreichen hypermodernen Modellen nicht wirklich stört. Ich will weder aussehen, wie eine schlecht gestopfte Leberwurst, noch den Eindruck vermitteln, ich würde mich und meine Kurven in einem Zwei-Mann-Zelt verstecken. Irgendwas dazwischen wäre ganz nett, liebe Damen und Herren aus dem Bereich Prêt-a-porter. Aber da bleibt schon seit Jahren mein Wunsch der Vater des Gedanken. 

(Nicht, dass Sie sich jetzt fragen, welche Figur einem Vergleich mit Leberwurstdarm und/oder Zwei-Mann-Zelt standhält. Wie schon gesagt: Das Ergebnis liegt bei genauer Betrachtung irgendwo dazwischen. Ich hätte durchaus Verbesserungsvorschläge an die Natur, doch im Grunde könnte es schlimmer sein.) Und so findet sich auch beim Klamotten-Karussell irgendetwas, das gemeinsam mit meiner Freundin und mir den Laden verlässt. Wir inzwischen etwas fußlahm, das Teil wird in der Tüte davongetragen und muss sich nicht von allein fortbewegen. 

Wir halten kurz an einem Zweite-Hand-Buchladen, meine Freundin stellt ihre Handtasche sekundenlang auf einem Buchdeckel ab. Genau dieser Bruchteil reicht für den Lacher des Nachmittags. Es ist ein Kochbuch. Wir lesen:

WIE KOCHE ICH MEINEN MANN… Das letzte Wort verbirgt sich unter der Tasche und reißt durch sein Fehlen zu unfreiwilliger Komik hin. Und in Null-komma-nichts startet unser Kopfkino:

„Man braucht einen großen Topf!“ – „Oder muss ihn klein genug zerteilen…!“ Na, den Rest erspare ich Ihnen jetzt lieber oder Sie lassen Ihren eigenen Film abspulen.

Ich will nicht verhehlen, dass es eigentlich heißen sollte: „Wie koche ich meinen Mann schlank“. Das ist zwar auch eine Art von körperlicher Reduktion, aber umständehalber nicht ganz so blutig. Und es böte den Synergieeffekt, die Leberwurstpellen ähnlichen Kleidungsstücke im kommenden Sommer doch einmal anzuprobieren… Aber man muss ja nicht gleich übertreiben!

2015 bringt meinem Hund ein neues Modeaccessoire

Gestern öffnete ich meine Post – zumindest war der Umschlag an mich adressiert. Eigentlich aber war der Inhalt für meinen Hund. Ich fand auf dem Briefbogen aufgeklebt eine neue Hundemarke. Was mich das neue Schmuckstück kostet, darüber will ich lieber nicht schreiben. Aber beschreiben will ich Ihnen das Ding kurz, denn der Designer hat sich echt Mühe gegeben. Es ist eine dunkelrote, ovale Plakette mit einem angegebenen Gültigkeits-Zeitraum von zwei Jahren in silbernen Ziffern und dem Namen unserer Stadt.

Doch das beschreibt das Utensil nicht wirklich. Anhand einer Farbpalette von 1779 (siehe Historisches Lexikon deutscher Farbbezeichnungen) würde ich sie als Mordoree-Rot benennen. Modezar Valentino hingegen nennt sie in seiner 2015er Kollektion Marsala. Ich konstatiere, dass es sich um den Farbton handelt, der in der Saison zuvor unter „Bordeaux“ firmierte.

Seit ich das Klimperding aus billigem Blech, (Warum muss ich das eigentlich so teuer bezahlen?), am Halsband befestigt habe, reitet mich ein kleiner (eindeutig feuer- oder signalroter) Teufel: Was geschieht, wenn ich bei der zuständigen Abteilung meiner Stadt anrufe und sage, dass meinem Hund die Plakette weder gefällt, noch gut steht. Ob die Damen und Herren jemals einen solchen Anruf erhalten haben?

Was, wenn ich sie auf das Persönlichkeitsrecht meines Hundes und sein ausgeprägtes Modebewusstsein hinweise, dem durch die rote Plakette widersprochen wird? Außerdem hat eine rote Plakette im Ruhrgebiet keinen guten Ruf – zumindest, wenn sie auf einem PKW klebt. Kann ich mit meinem Hund noch ungestraft die Umweltzone betreten?

Fragen über Fragen, die ich den Beamten meiner Stadtverwaltung stellen könnte. Doch ich habe davon Abstand genommen. Ich befürchte einen Besuch der Männer, die bei ihrem Erscheinen eine schneeweiße Jacke mit rückwärtigem Verschluss dabeihaben...

Der Handy-Mann

Ich stehe im Supermarkt meines Vertrauens und traue meinen Ohren nicht. Ein junger Mann um die Dreißig, Typ erfolgreicher Manager, rennt durch die Gänge und lamentiert.

Er lässt mich ungefragt teilhaben an zahlreichen Finanz-Transaktionen, die er vermutlich gerade an einen Untergebenen delegiert. Ich höre deutlich Namen wie Müller, Meier, Schulze. Natürlich nicht, ohne die dazugehörigen Kontoverbindungen. Die posaunt man ja auch heraus, während in der Kühltheke nach dem Abendbrot gesucht wird. Was will er heute essen? Schnitzel vielleicht. Ach ja, Müllers transferieren Achtzigtausend nach Luxemburg.

Kartoffelsalat braucht er noch. Das Geld von Schulze soll in Aktien angelegt werden. Facebook-Aktien sind es nicht, erfahre ich gleich darauf. Der genannte Betrag ist horrende, die Kontonummer kann ich mir so schnell nicht merken. Er rückt das Headset gerade. Das ist ihm verrutscht, als er den Kopf in der Kühltheke hatte.

Bratwurst kauft er und verrät dabei, dass das Ehepaar Meier beim letzten Warentermingeschäft nicht zufrieden war. Wen wundert's? Mich nicht. Ich hätte es auch nicht so gerne, wenn mein Finanzberater durch die Gegend rennt und alle Welt über meine finanzielle Lage in Kenntnis setzt.

Wer jetzt glaubt, die Geschichte sei erstunken und erlogen, der irrt.

Leider kannte ich keinen der finanzstarken Anleger, sonst wäre umgehend ein Telefonat mit ihnen fällig gewesen. Nicht, um zu fragen, ob sie ihr Geld nicht lieber bei mir anlegen wollen, aber sicher um zu berichten, dass man im Supermarkt meines Vertrauens nun genauestens Bescheid weiß, was sich auf dem Konto von Müller, Meier und Schulze tut.

Noch Fragen?